Straßenbahnlinie 12 wird ab Montag nach Wölfnitz umgeleitet
27.02.2025
Ab Montag, dem 3. März 2025, 4:30 Uhr bis voraussichtlich 14. Februar 2026 wird die Straßenbahnlinie 12 von Striesen kommend ab Pennricher Straße über Cotta nach Wölfnitz umgeleitet. Der Streckenabschnitt Pennricher Straße / Rudolf-Renner-Straße bis Leutewitz wird durch Busse als EV12 bedient. Deren Fahrtweg verläuft zunächst über Chamissostraße, Steinbacher Straße, Grillparzer Straße, Altcotta, Flügelweg, Hamburger Straße und Warthaer Straße nach Leutewitz. In der Gegenrichtung wird ab Altcotta über Lübecker Straße und Rudolf-Renner-Straße gefahren. Der Strecke des Ersatzverkehrs wird im April 2025 noch einmal angepasst.
Grund der Umleitung ist der Ausbau der Lübecker Straße als gemeinsames Projekt von Landeshauptstadt Dresden, SachsenEnergie, Stadtentwässerung Dresden, Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und zwei Telekommunikationsunternehmen.
Zunächst finden vom 3. März 2025 bis 14. April 2025 an der Cossebauder Straße / Grillparzer Straße vorgezogene Arbeiten der SachsenEnergie (SE) statt. Vor allem wird dort eine Querung zur weiteren Versorgung mit Fernwärme installiert.
Ab dem 14. April 2025 beginnen die Hauptbauleistungen für den grundhaften Ausbau der Lübecker Straße zwischen Werkstättenstraße und Tonbergstraße. Die Arbeiten gliedern sich in vier wesentliche Abschnitte: der erste umfasst den Bereich zwischen Werkstättenstraße und Emerich-Ambros-Ufer, der zweite verläuft vom Emerich-Ambros-Ufer bis Klopstockstraße, der dritte und vierte umfasst den sich anschließenden Teil bis zur Tonbergstraße. Weil grundhaft ausgebaut wird, also einschließlich neuer Versorgungs- und Abwasserleitungen sowie Kabel für die Telekommunikation, dauern die Arbeiten trotz Vollsperrung des Abschnitts bis Februar 2026.
Nicht nur die Lübecker Straße, sondern auch die darauf liegenden Gleisanlagen der Straßenbahn haben ihre normale Nutzungsdauer weit überschritten. Der Unterbau für die Schienen stammt tatsächlich noch aus den 1940er Jahren. Er ist mit Abstand das älteste und gleichzeitig technisch schlechteste Element im Gleisnetz der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Die Schienen selbst wurden 1977 verlegt und sind für einen sicheren Straßenbahnbetrieb inzwischen grenzwertig verschlissen. Die Stromversorgung für die Straßenbahn wurde zuletzt 1969 modernisiert. Laufende Wartung und Pflege hielten die Anlage bisher betriebsbereit, doch jetzt ist für den sicheren Bahnbetrieb ein Ersatz zwingend erforderlich.
Das eigentliche Baufeld umfasst eine Länge von insgesamt 530 Metern. Zunächst müssen alle alten Elemente demontiert und der Straßenbereich tief genug ausgebaggert sein. Dann beginnt im Untergrund die Verlegung der neuen Versorgungsleitungen. Ist das abgeschlossen, folgt der Aufbau des neuen Straßenbahngleises. Dazu haben die Planer eine Kombination aus Querschwellen auf der Strecke und so genannter fester Fahrbahn für den Haltestellenbereich „Altcotta“ gewählt. Die Station „Altcotta“ wird stadteinwärts komplett und stadtauswärts teilweise barrierefrei angelegt. Teilweise deshalb, weil im Einzugsbereich der Haltestelle Grundstückszufahrten liegen und der Bahnsteig dort abgesenkt werden muss. Die Station erhält in beiden Richtungen elektronische Abfahrtstafeln, Sitzgelegenheiten und stadteinwärts einen neuen Fahrgastunterstand. In Richtung Leutewitz ist einfach zu wenig Platz für einen Unterstand. Allerdings steigen in diese Richtung nur sehr wenige Fahrgäste zu. Für ausreichend Beleuchtung sorgen auf beiden Seiten energiesparende LED-Strahler. Im Zuge der Bauarbeiten wird auch die Bahnstromversorgung erneuert. Zwischen Warthaer Straße und Werkstättenstraße ersetzen moderne Fahrleitungsmasten aus Metall künftig einige alte Betonmasten, die schon kritische Spannungsrisse aufweisen. Auch der Fahrdraht im Bereich wird neu gezogen. Zum Schluss erhält die Lübecker Straße eine neue Fahrbahndecke. Die parallel verlaufenden Fußwege sowie die Straßenbeleuchtung sind ebenfalls Bestandteil des Projektes.
Der DVB-Anteil an den Gesamtkosten beläuft sich auf rund 6,9 Millionen Euro. Für das Projekt wurden Fördermittel nach dem Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden (GVFG) beantragt. Diese wurden aber nicht bewilligt. Damit müssen alle am Bau Beteiligten Ihren Anteil selbst tragen.
Einschränkungen auch für Autofahrer
Für die Bauarbeiten sind auch Umleitungen für Autofahrer notwendig. Während der ersten Bauleistungen vom 3. März 2025 bis 14. April 2025 ist die Cossebauder Straße in Höhe Grillparzer Straße gesperrt. Eine Umleitung führt von Altcotta über Flügelweg und Hamburger Straße.
Ab 14. April 2025 wird die Cossebauder Straße wieder freigegeben. Dafür beginnt für den ersten Hauptbauabschnitt eine Sperrung der Lübecker Straße im Bereich Einmündung Werkstättenstraße. Das Fahren über Lübecker Straße zum Emerich-Ambros-Ufer bleibt aber möglich. Autofahrer von der Kreuzung Pennricher Straße / Rudolf-Renner-Straße können über Steinbacher Straße und Grillparzer Straße nach Altcotta fahren.
Voraussichtlich am 24. Mai 2025 beginnt der zweite Bauabschnitt. Für diesen und alle weiteren Abschnitte wird die Lübecker Straße zwischen Altcotta und Emerich-Ambros-Ufer voll gesperrt. Die Umleitung ab Pennricher Straße / Rudolf-Renner-Straße über Steinbacher Straße und Grillparzer Straße bleibt dann bis zum Bauende im Februar 2026 bestehen.